Bevor du dich diesem Kapitel zuwendest möchte ich dich noch auf folgendes aufmerksam machen bzw. vorbereiten. Es kann durchaus sein, daß der Inhalt des folgenden Kapitels bei dir auch unangenehme Gedanken und Gefühle auslösen wird. Es soll ausschließlich dem besseren Verständnis dienen, damit du die Ursachen erfährst, die dich zu dem gemacht haben, was du bist. Nach dieser Betrachtung und den Erkenntnissen daraus werden wir uns wieder den Gedanken zuwenden, die zu deiner inneren Harmonie und Heilung beitragen werden.

Erinnern wir uns noch einmal an den Baum, bei dem für seine Entwicklung ganz bestimmte "Voraussetzungen" erfüllt sein müssen, die von seinem Samen gefordert werden, die Gesetze der Natur. Über die Entstehung eines Baumes möchte ich dir eine kleine Geschichte  erzählen.

Es folgt die Geschichte eines Baumes, die ich aus lizenzrechtlichen Gründen noch nicht veröffentlichen kann. Sie handelt von einem Gärtner und seiner Frau, die einen ganz jungen Baum in ihren Garten pflanzen. Sie hegen und pflegen ihn nach ihren Vorstellungen. Doch wie es dem Baum dabei geht, wenn sie auf seine Wünsche und Bedürfnisse keine Rücksicht nehmen, daran denken sie überhaupt nicht. Und auch wie sich der Baum bei dieser Art der Behandlung und Pflege fühlt, ist ihnen nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, daß er “äußerlich” so aussieht, wie es ihnen am besten gefällt.

Vielleicht ging es dir in deiner Kindheit ebenso wie dem Baum aus dieser kleinen Geschichte. Auch du durftest nicht so wachsen, wie es dein eigenes Bedürfnis war. Genau hier beginnt bereits das Leiden für deine Seele. Deine Seele wollte in Liebe und Geborgenheit wachsen und zwar nach ihren Bedürfnissen.

Wir wissen, wie wichtig es für ein heranwachsendes Kind ist, auf seine innere Stimme zu hören. Seine Seele weiß von Geburt an, was für seine Entwicklung gut und richtig ist. Weil aber seine Eltern zu sich selbst kein Vertrauen haben, fehlt ihnen auch das Vertrauen in die göttliche Führung ihres Kindes. Aus dieser Unwissenheit, oder ihrem Egoismus heraus, sind sie nun der Meinung, ihr Kind nach ihren Wünschen oder Vorstellungen erziehen zu müssen.

Das Kind spürt aber sehr wohl, daß seine Eltern mit ihm etwas machen, was es selbst gar nicht will. Es ist zu diesem Zeitpunkt aber nicht in der Lage seine Wünsche und Bedürfnisse den Eltern gegenüber durchzusetzen. Aus diesem Grunde fühlt sich das Kind nicht in Harmonie mit sich selbst und seiner Umwelt, allein und abgetrennt. Dieses Gefühl wiederum kann es selbst nicht korrigieren, wenn es keine anderen Erfahrungen macht. Und genau hier beginnen bereits viele Kinder, ihre Gefühle zu unterdrücken, um die seelischen Schmerzen, die ihnen durch ihre Bezugspersonen zugefügt werden, nicht mehr ertragen zu müssen. Diese natürliche Schutzfunktion eines hilflosen Kindes wird dann in das weitere Leben mit übernommen. Ebenfalls ein Gefühl, natürliche Erwartungen an seine Umwelt nicht erfüllt bekommen zu haben.

Hat ein Erwachsener kein Vertrauen in seine göttliche Führung, werden sich bei ihm die Gefühle des abgetrennt seins, sich vor seelischen Verletzungen und Enttäuschungen schützen zu müssen, sowie Erwartungen an seine Umwelt zu haben wiederholen, wenn er einmal ganz auf sich allein gestellt ist. Wurde hingegen das URVERTRAUEN während seiner Kindheit gestärkt, so kann er in diesem Vertrauen schwierige Lebenssituationen leichter meistern.

Da der Mangel an Entfaltungsmöglichkeit nach den persönlichen Vorstellungen und Bedürfnissen des einzelnen von solch großer Bedeutung bei der Erzeugung von Krankheit ist, und da dies oft früh im Leben beginnt, wollen wir nun die wahre Beziehung zwischen Eltern und Kind, Lehrer und Schüler betrachten.

Wie könnte natürliches Heranwachsen aussehen? Die Natur sorgt für das Kind auch ohne seine leiblichen Eltern. Für die seelische Entwicklung des Kindes ist es wichtig, daß bei ihm nicht das Gefühl des abgetrennt seins entsteht. Aus diesem Grund ist es ratsam, direkt von der Geburt an, so oft wie nur möglich, Haut und Körperkontakt zu seiner Mutter oder einer anderen Person zu haben. Tragen auf dem Rücken, mit im Bett der Erwachsenen schlafen, das sind Beispiele, damit das Kind immer die Nähe und Geborgenheit zu seiner Bezugsperson spürt. Dies stärkt das Urvertrauen des Kindes.

Bist du Mutter oder Vater, so denk bitte daran, daß in der Natur lebende Wesen ihre Neugeborenen und Kleinkinder stets in unmittelbarer Nähe der Eltern haben. Dies ist ein Grundbedürfnis jedes Kleinkindes, genauso wie atmen und essen.

Die gesamte Einstellung der Eltern sollte sein, dem Neugeborenen die Möglichkeit zu geben, daß es sich nach seinem eigenen Wissen und auf seine eigene Weise in jeder nur möglichen Freiheit ungehindert nach den Geboten seiner Seele entwickeln kann. Eltern sollten deshalb besonders davor auf der Hut sein, die junge Persönlichkeit durch Kontrolle, Herrschaft oder Besitztum entsprechend ihren eigenen Ideen oder Wünschen zu formen. Jeder dieser Wünsche sollte von Anfang an schachmatt gesetzt werden. Ihre Aufgabe sollten sie darin sehen, ihrem Kind zu dienen, indem sie ihm nur sanfte Liebe, Schutz und Führung geben, ohne dafür etwas zurückzuerwarten. Dabei fördern sie in sich selbst die Kunst des Gebens. Unabhängigkeit und somit Freiheit sollten von Beginn an gelehrt werden. Um dem Kind gleichzeitig das Gefühl für seine Einmaligkeit zu vermitteln, sollte es von Anfang an ermutigt werden, selbst zu denken und zu handeln. Dies stärkt das Urvertrauen zu sich selbst, seinen Eltern und der Umwelt. Sobald die Fähigkeit zu selbständigem Handeln entwickelt wird, sollte der elterliche Schutz Schritt für Schritt aufgegeben werden.

Wir dürfen aber nicht außeracht lassen, daß Kinder sich in der Weise entwickeln, wie ihre Eltern ihnen das Leben vorleben. Deshalb ist es zunächst einmal vorrangig, daß die Eltern sich stets bemühen, ihre eigene Persönlichkeit so zu fördern, daß sie ihren Kindern Vorbild sein können. Daraus ergibt sich, daß jeder Wunsch nach Kindern der Prüfung bedarf, ob die Eltern selbst die menschlichen Voraussetzungen besitzen, um dem Kind die bereits beschriebene Entwicklung zu ermöglichen.

Mir ist durchaus bewußt, daß wir unser Bestes geben müssen, um diese Veränderungen zu erreichen. Es ist ein Weg, der viel Geduld, Vertrauen und Liebe erfordert.

Mag sich jeder von uns daran erinnern, daß seine Seele für ihn eine bestimmte Aufgabe festgelegt hat, und daß er, wenn er diese Aufgabe nicht erfüllt - obwohl vielleicht nicht bewußt -, unvermeidlich einen Konflikt zwischen seiner Seele und der Persönlichkeit erzeugen wird, der sich in Form körperlicher Störungen niederschlägt.

In fast jedem Heim bauen sich Eltern und Kinder Gefängnisse aufgrund einer falschen Auffassung über ihre Beziehung zueinander. Diese Gefängnisse versperren die Freiheit, verkrampfen das Leben, verhindern die natürliche Entwicklung und bringen allen Betroffenen Unglück. Die geistigen, nervösen und sogar körperlichen Störungen, unter denen solche Menschen leiden, bilden in der Tat einen großen Teil der Krankheit unserer gegenwärtigen Zeit. Auch in anderen Beziehungen zueinander, ob zwischen Mann und Frau, Bruder und Schwester oder Chef und Arbeitnehmer ist es unsere Pflicht, den Gedanken der Nächstenliebe zu folgen. Sie werden niemals die Beherrschung einer anderen Persönlichkeit dulden oder es zulassen, daß wir aus persönlichen Motiven die Entwicklung einer anderen Seele behindern.

Nun wäre es einfach, deinen Eltern dafür Schuld zu geben, daß sie es versäumt haben, dich nach den Bedürfnissen deiner Seele wachsen zu lassen und dir nicht mit auf deinen Weg gegeben haben, daß du ein göttliches Wesen bist. Aber deine Eltern können auch nur das an dich weitergeben, was sie selbst von ihren eigenen Eltern gelernt haben. Hier beginnt der Teufelskreis, den es gilt in der Zukunft zu durchbrechen. Diese Aufgabe können wir nur meistern, wenn jeder von uns an sich selbst, der Erweiterung seines Bewußtseins, arbeitet. Auf diesem Wege werden wir die Fähigkeiten erlernen, um mit uns selbst und dann mit unseren Kindern und Mitmenschen liebevoll umgehen zu können. Dazu gehört zunächst, daß wir unseren Eltern vergeben und ihnen danken für alles, was sie getan haben. Sie wußten es nicht besser, haben ihr Bestes gegeben, so wie es ihnen möglich war.

Wir sollten uns folgendes deutlich machen. Auch ohne eine Wertevermittlung durch unsere Eltern und ohne die liebevolle Fürsorge unserer Mutter werden wir von unserer göttlichen Führung nicht allein gelassen. Wir werden in unserem Leben in Situationen gestellt, um das zu lernen, was unsere Eltern uns nicht vermitteln konnten. Daraus ergibt sich, daß wir auch die Erfahrung des Mangels brauchen, um zu reifen.

Ich möchte nun auf die Situation in unseren Schulen eingehen. Auch hier ist sehr deutlich zu erkennen, wie die Schüler sich, wie bereits in ihrer Kindheit, zum größten Teil danach zu richten haben, welches Lernprogramm die Erwachsenen für sie ausgesucht haben. Ein Programm, das überwiegend darauf ausgerichtet ist, den Schüler darauf vorzubereiten, mit möglichst viel Wissen, den späteren Anforderungen im Beruf gerecht zu werden. Wobei noch anzumerken ist, daß jeder Beruf wiederum sein eigenes Wissen erfordert und die große Masse des vorher gelernten nicht mehr benötigt wird. Anstatt die Einmaligkeit des einzelnen wird ein Konkurrenzdenken gefördert; besser, angepaßter und außergewöhnlicher zu sein als der andere. Und das alles, damit der einzelne in unserem wirtschaftlichen System gut funktioniert und seine Leistung erbringen kann. Wann machen wir uns einmal ernsthaft Gedanken darüber, wie egoistisch und unmenschlich wir mit den Kindern in den Schulen und anschließend in der Berufsausbildung umgehen. Es wird zu wenig Rücksicht auf ihre Bedürfnisse genommen, denn sie werden zu sehr nach den Bedingungen des Schulsystems, den Anforderungen der Wirtschaft und den Erwartungen ihrer Eltern geformt. Welcher Druck auf den Seelen dieser Kinder liegt, das müssen wir uns einmal bewußt machen. Das Wesentliche wird den Schülern jedoch nicht vermitteln: wie man liebt.

Doch damit noch nicht genug, denn das gleiche geschieht auch mit dem Erwachsenen in seinem Berufsleben. Auch er muß überwiegend nach Richtlinien arbeiten, die ihm sehr wenig Spielraum für eigene Entscheidungen und Handlungsfreiheit geben. Dies bedeutet, daß wir seit unserer Kindheit von außen in unserem Handeln eingeengt werden und wir uns zu wenig nach unseren Vorstellungen und Bedürfnissen entwickeln können. Durch diese Unfreiheit befinden wir uns ständig in einer inneren Anspannung, die sehr viel Energie verbraucht. Daraus ergibt sich, daß die Leistungsfähigkeit des einzelnen sehr eingeschränkt wird. Aus diesem Grund müssen wir auch bei der Gestaltung unserer Arbeitswelt NEUE WEGE GEHEN. Dabei ist mehr darauf zu achten, daß der Arbeitsablauf durch ein harmonisches Miteinander gefördert wird, anstatt durch egoistisches Handeln, wie z B. durch das Konkurrenzdenken und der Ausübung von Macht über den anderen, die Durchführung der Arbeit zu erschweren. Und wir müssen unsere Aufmerksamkeit verstärkt darauf lenken, dem einzelnen mehr die Möglichkeit zu geben, sich an seinem Arbeitsplatz individuell entfalten zu können. Hinzufügen möchte ich noch, daß es bei dieser Entwicklung auch leicht zu verstehen ist, warum eine so große Anzahl von Menschen den "Wunsch nach Selbstverwirklichung" haben.

Es ist dringend erforderlich, beim Lernen, d. h. in der Bildung ganz allgemein, das richtige Maß zu finden. "Weniger kann oft mehr sein". Dieses Wissen kann in spielerischer und liebevoller Weise vermittelt werden.

Der Lehrer sollte sich immer dessen bewußt sein, daß seine Stellung lediglich die ist, der Jugend mittels Fürsorge und sanfter Führung das Wissen über die Dinge der Welt und des Lebens "anzubieten". Dies sollte, wie im Elternhaus, in einer Weise geschehen, daß der Schüler "instinktiv und in Freiheit" das Wissen aufnehmen kann, das er für den Erfolg seines Lebens für notwendig hält. Diese freiwillige Art des Lernens wird durch den Schüler immer in Freude geschehen, weil seine Bedürfnissen im Vordergrund stehen.

Was die Menschen wirklich für ihr Leben benötigen, nämlich die Vermittlung von Werten, das sollte in unseren Schulen gefördert werden. Dazu gehört die Erkenntnis, daß wir alle göttliche Wesen sind, weil wir durch unsere Seele liebevoll geführt werden. Diese Erkenntnis sorgt dafür, daß sich jeder von uns darüber bewußt wird, daß es nicht mehr notwendig ist, außerhalb von sich selbst nach Halt und Sicherheit zu suchen. Und es ist unsere Aufgabe, mit uns selbst und unserem Mitmenschen in Vertrauen und Liebe, sowie der Achtung voreinander, umzugehen.

Hier möchte ich besonders die Toleranz gegenüber anders denkenden und lebenden Menschen hervorheben. Wieviel Leid geschieht, weil viele Menschen der Meinung sind, ihre Art zu denken und zu leben sei die richtige und sie schauen oft auf die Menschen herab, die nicht so sind, wie sie selbst. Dabei ist jeder doch nur ein Teil des Universums und wir gehören alle zusammen. Und jeder befindet sich in einem Lebensabschnitt, um das Leben zu lernen. Und niemand hat das Recht, dem einzelnen vorzuschreiben, wie dieser Weg zu gehen ist. Aber wir haben die Aufgabe, uns gegenseitig dabei zu unterstützen und zu fördern, so gut es nur geht. Das wiederum ist aber nur möglich, wenn jeder zunächst einmal dafür sorgt, daß er ausreichend Vertrauen und Liebe zu sich selbst hat und von Menschen (Freunden) umgeben ist, die liebevoll auf ihn einwirken. Aus dieser gemeinsamen Kraft und Liebe heraus ist es möglich, verantwortungsvoll für andere Menschen da zu sein.

Verfolgen wir aber noch den Gedanken, warum so viel Haß, Stolz, Egoismus, Habgier oder Grausamkeit in der Welt herrschen. Diese negativen Tugenden sind entstanden, weil der Mensch sich seit seiner Entstehung immer mehr von seinem eigentlichen Auftrag entfernt hat. Leben nach dem göttlichen Willen seiner Seele. In Harmonie mit sich selbst, seinen Mitmenschen und im Einklang mit der Natur. In diesem Bewußtsein zu leben und Liebe und Harmonie zu verbreiten.

Die Tugend der Gegenseitigkeit (Nächstenliebe) war bereits die goldene Regel des Konfuzianismus. Sie besagte: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Konfuzius lebte 550 Jahre vor Christus und er formte das Leben der Chinesen nahezu zweieinhalb Jahrtausende. Ohne das Anbeten eines Gottes (Religion), sondern nur durch seine Ideale und Wertvorstellungen. Die daraus entstandenen » Kräfte der Gedanken « haben dazu beigetragen, daß der einzelne, und somit das gesamte Volk, in möglichst großer Harmonie miteinander leben konnten. Und so ist auch jede Religion nichts anderes, um den Menschen Gedanken und Gefühle des Vertrauens und der Liebe zu vermitteln. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, mit sich selbst und ihren Mitmenschen in Harmonie zu leben. Diese Harmonie können auch wir erreichen, indem wir zu unseren Werten Tugenden zählen wie z. B. Nächstenliebe, Toleranz, Vergebung, Vertrauen, Trost und Mitgefühl. Machen wir uns einmal bewußt, wieviel Veränderung bei jedem einzelnen von uns, und somit in unserer Gesellschaft, erreicht wird, wenn wir unser Leben durch mehr Vertrauen und Liebe gestalten. Um das aber zu lernen und anwenden zu können benötigen wir Geduld und Zeit.

Aber wir führen ein Leben mit negativen Tugenden, Gedanken und Gefühlen. So ist zum Beispiel ein Mensch, der in sich Haß, Stolz oder Egoismus verspürt, innerlich blockiert und nicht in der Lage, Gedanken und Gefühle der Liebe aus sich heraus zu lassen. Durch diese Blockade befindet er sich innerlich (seelisch) nicht mehr in Harmonie mit sich selbst.

Warum haben wir uns von den Bedürfnissen unserer Seele, von uns selbst, so weit entfernt ?

Jeder Mensch hat den Wunsch geliebt zu werden. Dieses Bedürfnis wird aufgrund des Mangels an Liebe und Geborgenheit während deiner Kindheit noch vergrößert. Weil du diese Liebe dir von deiner Mutter oder einer anderen Bezugsperson gewünscht und gebraucht hast, erwartest du sie » weiterhin von außen «. Diese Erwartungen werden selten erfüllt, weil die wenigsten von uns es gelernt haben, zu lieben. Auch sie hatten einen ähnlichen Mangel während ihrer Kindheit. Deshalb ist es uns oft nicht möglich, uns die Liebe des Herzens gegenseitig zu schenken. Aus diesem Grunde suchen wir nach einem Ersatz für Liebe. Wir beschäftigen uns überwiegend damit, das Gefühl der fehlenden Liebe durch die Liebe eines anderen Menschen, materiellen Wünschen, Beschäftigung jeglicher Art, nicht mehr so spürbar zu erleben, um den Mangel an Liebe auszugleichen. Und genau hier befindet sich auch die Geburtsstätte des Egoismus einschließlich aller weiteren negativen Tugenden. Der » Ersatz für Liebe, den wir außen suchen und erwarten «, trägt aber dazu bei, daß wir uns immer mehr von uns selbst, entfernen. Und da unsere Erwartungen an die äußeren Umstände in den meisten Fällen nicht nach unseren Vorstellungen erfüllt werden, reagieren wir frustiert, zornig, ziehen uns zurück, oder versuchen, jede Reaktion bzw. jedes Gefühl zu unterdrücken oder zu betäuben. In dieser Situation verlieren wir das Maß für die Dinge, wobei das Normale dann zur Droge wird. So z. B. durch übermäßige Aktivität, in der wir uns zu häufig mit unwichtigen Dingen befassen. Aber auch in der Bildung, beim Arbeiten, Essen, in der Sexualität, im allgemeinen Konsumieren, einschließlich der Suchtmittel (Alkohol, Tabletten, Rauchen, andere Drogen) verlieren wir oft das Maß.

Besonders hervorheben möchte hier einmal die Versuchung, Anerkennung und Liebe zu bekommen, indem wir stets nur für andere Menschen da sind, um ihnen zu helfen. Bei dieser Art der Hilfe, nämlich ohne das richtige Maß zu finden, vergessen wir nur zu oft, an unsere eigenen Bedürfnisse der Seele und des Körpers zu denken. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis daß der Helfer selbst Hilfe benötigt. So sollte bedingungslose Liebe aber nicht verstanden werden. Denn Tatsache ist, daß man anderen nur dann wirklich helfen kann, wenn man selber nicht krank ist und vielleicht selbst Hilfe benötigt.

Auf der Suche nach Vertrauen und Liebe ist auch eine Entwicklung zu beobachten, in der wir uns verstärkt mit der Gedankenwelt anderer Kulturen befassen. (Indien, Asien) Die Erkenntnisse der Menschen dieser Kulturen sind aber einige Jahrtausende alt und » ihre Seelen haben in dieser Zeit bereits Erfahrungen durchlebt «, von denen wir vieles lernen können. Achten wir aber darauf, beim Lernen das richtige Maß zu finden, denn jede persönliche Entwicklung braucht viel Zeit und Erfahrung. Erinnern wir uns noch einmal an unseren Baum. Auch da war zunächst das Samenkorn und erst allmählich wuchs daraus der Baum. Aus diesem Grunde ist es auch nicht möglich, Werte und Gedanken einer anderen Kultur » einfach zu übernehmen «, zu deren Entstehung tausende von Jahren notwendig waren. Diesen langen Weg muß jeder für sich selbst gehen, sie » fühlen und erleben «.

Deshalb möchte ich dafür werben, daß wir mit den Erkenntnissen fremder Kulturen ganz behutsam umgehen. Jeder ist aufgerufen, seinen eigenen Weg zu gehen und das bedeutet auch, daß jeder sich auf das jetzt Machbare und das Wesentliche konzentriert.

Durch die allgemeine Abkehr von der christlichen Religion und somit dem Verlust von Werten und Erkenntnissen können wir beobachten, wie sich eine große Anzahl von Menschen einen Ersatz dafür schaffen, indem sie sich der Esoterik zuwenden. Das kann nur aus einem Mangel an Vertrauen zu uns selbst geschehen, denn diese gewaltige Flut von Informationen ist sicherlich nicht notwendig, nur um uns zu der Erkenntnis zu verhelfen, daß wir göttliche Wesen sind und unsere Aufgabe unter anderem darin besteht, unseren Egoismus zu überwinden. In diesem Ziel ist gleichzeitig enthalten, eine Liebe zu entwickeln, die keine Liebe erwartet. Um die bedingungslose Liebe leben zu können, sind verschiedene Stufen der persönlichen

Weiterentwicklung notwendig. Doch der erste Schritt kann nur sein, zu lernen, liebevoll und achtsam mit sich selbst umzugehen, denn dadurch wirst du in der Lage sein, auch deinen Mitmenschen liebevoll und achtsam zu begegnen. Dafür werde ich dir mit diesem Buch Anregungen vermitteln, damit du dich an das Gute in dir erinnerst.

Die esoterischen Angebote sind bereits so unüberschaubar geworden, daß ich sie nur als begrenzt hilfreich ansehen kann. Wir leben nun einmal in einem System, wo sich das Angebot nach der Nachfrage richtet. Und diese Nachfrage oder Suche ist entstanden, weil sich unsere Seelen nach einer Veränderung unseres bisherigen Lebens sehnen.

Die Religionen Buddhismus und Hinduismus lehren unter anderem die Wanderung unserer Seelen nach dem Tode (Reinkarnation). Das bedeutet auch, daß unsere Seelen bereits in verschiedenen Körpern ihre Erfahrungen gemacht haben. Alle guten und bösen Erfahrungen aus unseren bisherigen Seelenleben werden unter dem Begriff Karma zusammengefaßt. Er stammt ursprünglich aus dem indischen, findet sich aber auch oft in "esoterischen und spirituellen" Schriften wieder. Das ist ein Beispiel dafür, wenn die Menschen auf der Suche nach NEUEM die Dinge vermischen. Wie bereits erwähnt, gibt es aber nichts Neues. Uns sind nur die jahrtausende alten Erkenntnisse, Wahrheiten oder Naturgesetze nicht mehr bewußt.

Nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung ergibt sich daraus nun die Erkenntnis, daß du in deinen vorherigen Leben auch Schuld auf dich geladen hast, die zu deinem jetzigen seelischen Befinden beigetragen hat. Solange, bis diese Schuld abgetragen ist, d.h. sich deine Seele noch nicht vervollkommnet hat, muß sie sich erneut in einem Körper auf die Erde begeben (inkarnieren). Wieviel Güte und Liebe wird uns da von der Schöpfung entgegengebracht, daß wir diese Möglichkeiten erhalten.

Ich stelle immer wieder fest, daß dort, wo man von den Begriffen Reinkarnation oder Karma spricht oder schreibt eines zu wenig oder gar nicht berücksichtigt wird. Und zwar die tragische Entwicklung unserer Seelen durch unsere "zivilisierte Kindheit" . Die wenigsten von uns haben wohl eine glückliche Kindheit erlebt. Überall erleben wir, wie die Menschen an den Folgen ihrer Kindheit leiden. Da aber in allem, was geschieht, das Gute verborgen ist, bin ich fest davon überzeugt, daß wir genau diese Kindheit erleben mußten, um die Möglichkeit zu erhalten, uns durch unser Schicksal weiter entwickeln zu können. Deshalb wird es wohl die Lebensaufgabe der Menschen in der sogenannten "zivlisierten Welt" sein, ihre seelischen Wunden der Kindheit und des späteren Lebens in eigener Verantwortung zu heilen. Es ist möglich, eigenes Leid durch geistige Arbeit mit Gedanken des Vertrauens und der Liebe so » umzuwandeln «, um auf diese Weise mehr an Weisheit und Tugendhaftigkeit zu bekommen. Und vielleicht reicht dazu nicht nur ein Leben aus. Aber arbeiten müssen wir und zwar in ganz kleinen Schritten. Die meisten von uns stehen doch sicherlich auf einer Entwicklungsstufe, für die es notwendig ist, zunächst einmal die einfachsten Dinge für die Erkennung der eigenen Persönlichkeit zu entwickeln. (sich selbst fühlen - auf seine innere Stimme hören - sich die Frage zu beantworten, warum bin ich zu dem geworden, wie ich jetzt bin?)

An einem eigenen Erlebnis möchte ich darlegen, warum ich so eindringlich dafür werben möchte, achtsamer mit unserem Wissen umzugehen. Ich befand mich in einer seelischen Krise, in der ich an einem Mangel an Vertrauen und Liebe litt. Ich fühlte mich hilflos und mein größter Wunsch war, Menschen um mich zu haben, die mir ihre liebevolle, unterstützende Zuwendung gaben. Mir begegneten aber nur solche Menschen, die meiner Situation selbst hilflos gegenüberstanden. - Heute weiß ich warum -. Um mir selbst weiterzuhelfen, laß ich mehrere esoterische Schriften, in denen mir ein Idealbild von Menschlichkeit gegenübergestellt wurde. Hinzu kam noch, daß ich nach dem gelesenen noch an meine zusätzliche Schuld aus meinen vorherigen Leben denken mußte. Ich fühlte mich dadurch noch hilfloser und kleiner wie vorher, was zu einer zusätzlichen seelischen und körperlichen Belastung wurde. Eine wirkliche Hilfe, in der mir die Zusammenhänge für meinen Zustand deutlich wurden, habe ich nicht erfahren. Und hier wäre eine wirklich weise Hilfe angebracht gewesen. Und zwar der Hinweis, mein Schicksal als Herausforderung zum eigenen seelischen Wachstum mit Gedanken und Gefühlen der Dankbarkeit anzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen. Weiterhin die Vermittlung von geistigen Naturgesetzen zur Entwicklung von Vertrauen und Liebe in das eigene Leben und zur gesamten Schöpfung. Weil ich ahnte, daß sicher viele Menschen in einer ähnlichen Situation leben, faßte ich den Entschluß, dieses Buch zu schreiben, wodurch ich noch weiteres dazulernen durfte. Deshalb kann ich auch nur den Gedanken unterstützen, daß es etwas Negatives nicht gibt, weil es den Sinn hat, daß Gute hervorzubringen, zu fördern und zu unterstützen.

Die Menschen können eben nur das verbreiten, was sie gelernt- oder aber selbst erfahren haben. Wichtig ist wohl nur der Verkauf bzw. Umsatz und nicht einmal die Überlegung, was kann damit an der Seele eines Menschen verletzt werden. Ich betrachte die Verbreitung von esoterischem Gedankengut  » ohne jedes Konzept « als egoistisch und lieblos. Weil jedoch alles seinen Sinn hat, habe ich aus meiner eigenen Erfahrung gelernt und dieses Buch geschrieben.

Wir brauchen nicht die Frage einer Schuld aus unseren Vorleben, um vielleicht aus schlechtem Gewissen oder Furcht heraus an unseren Tugenden zu arbeiten. So ähnlich wie: "Wenn du die zehn Gebote befolgst, nur dann kommst du in den Himmel." Die Menschen spüren ganz von selbst, wenn sie mit negativen Tugenden leben, daß sie nicht glücklich werden. Man muß ihnen nur eine wirkliche Hilfe sein, indem man ihnen die Zusammenhänge ihrer jetzigen Situation deutlich macht und ihnen alte Wahrheiten neu vermittelt, damit sie ein Leben in Harmonie, Vertrauen, Liebe und Frieden leben können.

Ein Wort noch zur Sexualität. Sie bedeutet Austausch von Zärtlichkeit, Lust, Freude und Liebe. Seit unserer Kindheit besteht bereits ein Mangel an liebevollem Körperkontakt. Dieser Mangel wird durch unsere Art des Miteinanders noch vergrößert. Es fehlt uns der natürliche Körperkontakt im alltäglichen Leben. Umarmung zur Begrüßung, kurzes Berühren des Körpers während eines Gesprächs. Auch unter gleichen Geschlechtern. - Hier möchte ich besonders die Männer ansprechen. Herzlicher und liebevoller Umgang hat nichts mit schwul sein zu tun. Wobei ich nichts gegen Schwule oder Lesben sagen möchte. Im Gegenteil, ich möchte zu mehr Toleranz ihnen gegenüber aufrufen, denn sie leben nach Ihren Bedürfnissen. - Um aber den Mangel an Körperkontakt und liebevoller Zuwendung zu unseren Mitmenschen in unserem Alltag auszugleichen, entsteht ein verstärktes Verlangen nach Sexualität. Bis hin zu ausartenden sexuellen Praktiken, so daß diese einzigartige Begegnung zwischen zwei Menschen nur noch als triebhafte Befriedigung angesehen werden kann. Und das ist Wasser auf die Mühlen auch von spirituellen Meinungen, die dann leicht von der Notwengikeit "der Überwindung unserer niederen Körper" sprechen können. Haben wir uns aber in unserer Liebesfähigkeit so weit entwickelt, daß wir während der körperlichen Vereinigung nicht nur Lust, sondern Gedanken und Gefühle der inneren Verbundenheit mit dem anderen erleben und fühlen, so kann diese Begegnung nur durch Zärtlichkeit, innerer Hingabe, Freude und Glück begleitet sein. Was ich nur als natürliche Liebe bezeichnen kann.                       

Eine weitere Art, sich von den Bedürfnissen seiner Seele zu entfernen, ist das Berauschen durch äußere Reize. Diese Reizüberflutung hat verschiedene Formen und ich kann hier nur wenige anführen. Jede Art von Lärm, gesteigerte Formen der Eindrücke auf uns selbst  (Stadtbesuch, Urlaub mit Aktivprogramm, zu vieles Reden, maßloses Grübeln) Medien (Rundfunk, Fernsehen, Computer, Zeitungen, Zeitschriften). Es gelangen zu viele Eindrücke und Informationen in uns.

Unsere Seele fühlt aber, daß all das geschilderte nur ein Ersatz für Liebe ist. Sie zeigt es uns, indem wir uns unglücklich fühlen und gereizt.

Die wohl bekannteste Möglichkeit, sich von den Bedürfnissen der Seele zu entfernen ist der Mangel an Zeit. Wir überfordern uns permanent mit Aktivität, so daß wir nicht mehr in der Lage sind, Zeit für Muße und uns selbst zu finden. Wenn wir uns aber Zeit für uns selbst nehmen würden, könnte es sein, daß uns dabei bewußt würde, wer wir sind und wie wir leben. Um sich mit dieser Wahrheit nicht auseinander setzen zu müssen, sind wir ständig beschäftigt. Denn die Konsequenz aus dieser Wahrheit hätte einschneidende Folgen für unser weiteres Leben.

Es ist nicht das erste Mal, daß die Menschen die Augen vor der Wahrheit verschließen. Und es müssen erst große Katastrophen eintreten, bis der Mensch zum Überlegen und Handeln bereit ist. (2. Weltkrieg und deren Folgen) Es hat sich auch gezeigt, daß die Verführungen des Materialismus so groß sind, daß wir uns immer wieder von uns selbst entfernen. Dieser Materialismus ist das goldene Kalb, um das sich alles dreht und für den wir bereit sind, uns selbst aufzugeben. Nur durch Egoismus und dem Streben nach Macht können wir ihn am Leben erhalten. Welches ungezählte Leid wir uns damit gegenseitig zufügen, dies sollten wir uns alle einmal bewußt machen. Hinzu kommt noch unser Verhalten zu uns selbst und dem anderen gegenüber, das sich aus unseren anderen negativen Tugenden ergibt.

Die Ursache aller Disharmonie besteht in dem Mangel an Vertrauen zu uns selbst und unseren Mitmenschen. Uns fehlt das Vertrauen in den Lauf der Dinge, in unser Leben. Aus dieser Furcht heraus versuchen wir, unserem Leben eine Sicherheit zu geben. Auch hier sind wir stets bemüht, uns einen Ersatz für fehlendes Vertrauen zu schaffen. Er stimmt überwiegend mit dem Ersatz für Liebe überein. Hinzu kommt, daß wir uns zum größten Teil von unserem Verstand leiten lassen und nicht darauf vertrauen, daß wir Wesen sind, die durch unsere göttliche Seele liebevoll geführt werden.

Wir sollten auch einmal darauf achten, wieviele Worte des Verstandes ausgesprochen werden, indem wir über alles mögliche reden, was um uns herum geschieht. Wenn wir aber über uns selbst sprechen, so doch zu oft über unseren Beruf, Hobbys, Nebensächliches oder über Gott und die Esoterik. Ich wünsche mir, daß wir des öfteren Gedanken und somit Worte benutzen, die aus unserem Herzen kommen, ohne daß wir uns dabei hinter etwas verstecken. Frage dich selbst, was will oder kann ich meinem Mitmenschen von meinem eigenen Mitgefühl oder meiner eigenen Liebe vermitteln? Deshalb höre auf deine innere Stimme. Sie teilt dir deine wirklichen Wünsche und Bedürfnisse mit, die du dann aussprechen oder in Gesten umsetzen kannst. Achten wir dabei aber auf die Wahl der Worte, die wir benutzen. Wie oft werden Worte ausgesprochen, ohne daß sich der Redner überlegt, welche Wirkung sie auf den anderen haben. Worte können viel Anrichten. Gutes und Böses. Deshalb möchte ich dafür werben, erst zu überlegen und dann die Worte auszusprechen.

Wir halten an allem fest, von dem wir meinen, daß es uns Sicherheit gibt. Und weil wir kein Vertrauen in unsere göttliche Führung haben, brauchen wir stets etwas Neues und suchen danach. Wir klammern uns an materielle Dinge, wovon der Materialismus in Freuden lebt. Aber auch an unsere Ängste, Krankheiten, Ärzte, Astrologen und Psychotherapeuten. Ebenso anunsere Intelligenz, Kinder, unseren Beruf, Partner oder andere Menschen, die Esoterik sowie an eine Religion, bis hin zu verschiedenen Sekten.

Viele Menschen haben den Wunsch, sich einen Partner zu suchen, um mit ihm für den Rest des Lebens zusammen zu sein. Und es gibt genügend Beispiele, wo das auch, in gegenseitiger Achtung und Toleranz dem anderen gegenüber, und damit der Liebe zueinander, von beiden gelebt wird. Aber in den meisten Verbindungen besteht ein Anspruch, der von vielen Menschen als Belastung empfunden wird und der dazu verleitet, nicht ehrlich zueinander zu sein. Ich meine das Versprechen, ich liebe nur dich und ich bin dir treu. Damit verbunden ist auch der Gedanke, "du gehörst mir ganz allein". Ist es wirklich Liebe, wenn wir aus egoistischen Gründen von dem anderen erwarten, daß er seine Liebe nur einer Person schenken darf? Wir alle wissen doch, wieviel Leid wir uns mit dieser Art zu leben gegenseitig antun, da der einzelne in seiner Freiheit, seine Gefühle zeigen zu können, doch erheblich eingeschränkt wird. Denn wenn wir ehrlich zueinander sind, so ist es doch ganz natürlich, daß wir im Laufe unseres Lebens mehreren Menschen begegnen, zu denen wir ein Gefühl der Liebe haben. Warum verbieten wir uns dieses Gefühl, wenn wir bereits für einen anderen Menschen Liebe empfinden? Wir haben es nicht gelernt, daß wir unseren seelischen Bedürfnissen folgen können, ohne daß dabei Nachteile für uns entstehen. Meiner Meinung nach können wir uns, eigenes Verletztsein, Enttäuschung, Eifersucht und Haß, durch neues Denken und Handeln, ersparen. Dazu gehört eben auch, daß wir uns gegenseitig die Freiheit zugestehen, jedem Menschen unserer Wahl unsere Liebe zu schenken, ohne daß sich einer von uns als minderwertig fühlt, wir uns an den anderen klammern oder ihm nicht sein Glück gönnen. Um das aber zu lernen, müssen wir zunächst einmal Vertrauen und Liebe zu uns selbst haben. Auf diesem Wege werden wir die eigene Freiheit und Toleranz erhalten, die wir dann auch anderen Menschen zugestehen.

Eine sehr verbreitete Form, selbst - Sicherheit zu erhalten, ist das Streben nach Macht über den anderen. Dieses Machtstreben ist aber ein Ausdruck für den eigenen Mangel an Vertrauen zu sich selbst. Er ist der Grund dafür, daß der Mensch an der Ausübung seiner Macht festhält. Wir können es täglich beobachten, wie sich die Menschen an ihre Macht klammern. Hervorheben möchte ich hier ganz besonders das Verhalten der Männer gegenüber den Frauen. Warum lassen es die Männer nicht zu, daß Frauen ihnen gleichberechtigt zur Seite stehen? Wovor fürchten sie sich?

Wir haben es nicht- oder nicht ausreichend genug gelernt, auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Seele zu hören und sie uns zu erfüllen. Deshalb reden und handeln wir oft nicht nach den Bedürfnissen unserer Seele. Gelernt haben wir aber, daß, wenn wir nach den Erwartungen anderer Menschen leben, wir Anerkennung und vielleicht sogar Liebe bekommen. Um das zu erhalten, tun wir wieder das Gleiche, wie in unserer Kindheit. Wir hören nicht auf uns selbst, sondern tun alles, um die Erwartungen unserer Umwelt zu erfüllen. In dieser Anpassung sind wir nur noch am funktionieren und nicht mehr in der Lage, uns selbst zu » fühlen «. Doch nur wenn wir uns selbst auch » fühlen «, spüren wir auch den Willen unserer Seele und haben dadurch die Möglichkeit, uns für ja oder nein zu » entscheiden « und können » handeln.

Dann wundern wir uns noch über die Auswirkungen auf unseren Körper durch diese ständige Anpassung, die entweder von uns gefordert wird oder zu der wir uns selbst entscheiden. Diese hohen Anforderungen an uns selbst machen es uns aber unmöglich, innere Harmonie und Glück zu empfinden. Zwangsläufig muß darunter die auch Freude am Leben und das allgemeine Wohlbefinden leiden. Hinzu kommt noch, daß hier die Ängste gefördert werden, nämlich zu versagen, nicht gut genug zu sein und sich überfordert zu fühlen. Diese Ängste, die uns unser Körper mitteilt, sind aber in Wirklichkeit Signale unserer Seele, weil auf ihre Bedürfnisse, auf uns selbst, nicht oder zu wenig eingegangen wird.

Wenn ein Tier für längere Zeit nicht nach seinen natürlichen Bedürfnissen leben kann, wird es bösartig, scheu, zieht sich zurück, oder alles zusammen. Es kann auch ein Verhalten annehmen, das nicht seiner Art entspricht. Ähnliche Reaktionen begeht auch der Mensch. Entweder strebt er nach dem Ersatz für Liebe, oder er lebt in sich zurückgezogen. Zusätzlich noch mit einer oder mehreren negativen Tugenden.

An dieser Stelle möchte ich etwas über die Anwendung von Gewalt sagen, die bei allen Altersgruppen zu beobachten ist. Ein Mensch, dem es nicht möglich ist, nach den Bedürfnissen seiner Seele zu leben, kann mit der Zeit bösartig werden. Das ist ein letzter Hinweis dafür, um auf sich aufmerksam zu machen. Und ein Hilferuf zugleich, nämlich ich leide und fühle mich hilflos. Deshalb sollten wir uns einmal fragen, worin die Ursachen zu dieser Gewalt liegen und es vermeiden, sie nur zu kritisieren. Wie bei der Entstehung von Krankheiten, so richten wir auch hier unsere Aufmerksamkeit zu wenig auf die eigentlichen Ursachen. Ich glaube wir tun dies, weil wir sonst zugeben müßten, daß wir unsere Art zu leben einschneidend verändern müssen. Doch weil wir zu wenig Vertrauen in unser Leben haben, fürchten wir uns vor dieser Veränderung und halten an dem fest, was uns vertraut ist.

Ich wünsche mir, daß ich dir verständlich machen konnte, wie sehr unser Denken und Handeln darauf ausgerichtet ist, uns einen "ERSATZ FÜR LIEBE UND FEHLENDES VERTRAUEN" zu schaffen. Dadurch wurde uns aber über einen sehr langen Zeitraum das entzogen, was unsere Seele eigentlich braucht. Dieser Mangel ist die Ursache dafür, daß sich unsere negativen Gedanken, Gefühle und Tugenden entwickeln konnten. Das Negative hat aber auch etwas Gutes. Es läßt den Menschen so lange seelisch leiden, bis daß der Wille seiner Seele in ihm das Verlangen nach Veränderung auslöst.

Du siehst, es gibt mehrere Ursachen, weshalb wir uns nicht in Harmonie mit uns selbst befinden. Aber die Gründe dafür sind immer die gleichen. Es fehlt uns das Vertrauen und die Liebe zu uns selbst und unserem Mitmenschen. Diesen Mangel versuchen wir damit auszugleichen, indem wir uns eine Fülle von Ersatzmöglichkeiten dafür schaffen. Und wir lassen von anderen Menschen über uns bestimmen oder uns beeinflussen, was für uns gut und richtig ist. Um aber Liebe und Anerkennung zu bekommen, leben wir in einer ständigen Anpassung, um die Erwartungen unserer Umwelt zu erfüllen. Aufgrund dieser Abhängigkeiten können wir uns aber nicht nach unseren eigenen seelischen Bedürfnissen entwickeln. Und wir fürchten uns vor neuen Erkenntnissen, zu der auch die Wahrheit über unseren eigentlichen Auftrag in unserem Leben gehört. Aber wir verschließen auch die Augen vor der Wirklichkeit, wie wir miteinander leben.

Aus der Vielzahl der inneren Konflikte zwischen dem Willen unserer Seele und unserem negativen Denken, Fühlen, Reden und Handeln ergeben sich zunächst Gemütsverstimmungen, die uns unsere Seele mitteilt. Werden die Ursachen hierfür nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt, entstehen körperliche Beschwerden in den verschiedensten Krankheitsbildern.

Krankheit kann also über negatives Denken, Fühlen, Reden und Handeln entstehen. Diese feinsten Schwingungen der Gedanken und Gefühle sind Kräfte, die auf deine Seele und anschließend auf deinen Körper wirken.

Um aber körperliches Wohlbefinden zu erreichen, laßt uns alle danach streben, mehr nach den Bedürfnissen unserer Seelen zu handeln. Leben wir in Achtung und Toleranz zueinander, damit wir dem einzelnen ermöglichen, daß jeder in Vertrauen und Liebe seinen EIGENEN WEG GEHEN kann. Dann wird es nicht mehr notwendig sein, nur noch gedankenlos dem nachzueifern, was uns andere vormachen. (amerikanische Lebensverhältnisse kopieren).

Sicher hat es auch seinen Grund, weshalb die Kirche als Institution von so vielen Menschen abgelehnt wird.

Aber wir benötigen auch nicht die Esoterik in der Form, wie sie uns angeboten wird, Sekten oder die Übernahme der Philosophie anderer Kulturen, denn zum überwiegenden Teil sind es unsere Gedanken und Gefühle, die bestimmen, wer wir sind und wie wir uns fühlen. Genau dies ist das Hauptanliegen dieses Buches. Nach dem Erkennen von bestimmten Zusammenhängen deine Gedanken, dein Reden und Handeln so zu verändern, daß es deinem Wohlergehen dient.

Gehe im Vertrauen auf dich selbst, d.h. auf deine göttliche Führung, deinen eigenen Weg. Dazu gehört auch, daß du mit deiner Mutter Erde liebevoll umgehst, denn sie versorgt dich mit Sauerstoff, Wasser und Nahrung, damit du leben kannst. Die Erde kann ohne dich leben, aber du nicht ohne sie. Deshalb sind wir alle dazu aufgerufen, die Umweltbelastungen stark zu reduzieren, den Tieren und Pflanzen eine artgerechte Haltung zu ermöglichen und unsere Nahrung unter natürlichen Bedingungen zu erzeugen. Nur so werden wir es erreichen, daß wir unser Trinkwasser vor der chemischen Belastung der Böden schützen. Ganz entscheidend ist es, daß wir mehr Maß halten beim Einmischen in die natürlichen Abläufe dieser Erde. Seien wir doch nicht so überheblich und glauben, wir könnten die Dinge besser gestalten, als die Natur es für uns bereits tut. Schauen wir doch einmal genau hin, was wir durch dieses Denken und Handeln bereits angerichtet haben. Sicher ist nur eins, was wir säen, das werden wir auch ernten.

 

 

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